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Was uns bewegt!

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Eine Woche lang haben neun Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren die Redaktion der "Schwäbischen Zeitung" übernommen . Bei dem bundesweit einzigartigen Kooperationsprojekt mit dem Kinderhilfswerk Unicef ging es dieses Mal thematisch um die Bundestagswahl. 

Politische Forderungen wurden umgesetzt in journalistische Ideen - mit Videos, Audios, 360 Grad-Aufnahmen, Vorher-Nachher-Bildern und vielem mehr.

In neun Kapiteln erzählen die jungen Teilnehmer von ihren Wünschen. Fahren Sie mit dem Cursor über die Namen auf der Startseite, um zu den Inhalten zu gelangen. 

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Impressum

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Projektteilnehmer: Paula Halder, Jan Goller, Kalle Holland, Jacob Herz, Jakob Groth, Timo Schell, Theresa Thumm, Franziska Leuthner, Florian Wiesner 

Mitarbeit Redaktion: Eva Peter, Jasmin Off, Daniel Hadrys, Claudia Kling, Benjamin Wagener, Moritz Schildgen, Daniel Drescher, Barbara Miller, Christian Schellenberger, Jakob Fandrey, Simon Haas

Videos: Michael Scheyer, David Weinert, Andrea Pauly, Alexis Albrecht  

Das Storytelling entstand im Rahmen des Projekts "Jugendliche übernehmen die Schwäbische" und basierte auf der Umfrage #ichbinwählerisch. 
Mehr Informationen zum Kooperationspartner Unicef finden Sie hier. 

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Vor mehr als fünf Monaten erfuhr der 26-jährige Afghane Fawad Akbari überraschend von seinem abgelehnten Asylbescheid.

Folglich drohte ihm die Abschiebung in sein Heimatland Afghanistan.

In Weingarten macht er eine Ausbildung zum Lackierer. 

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Noch keine Gerichtsverhandlung für den 26-jährigen Flüchtling

Was er im ersten Moment dachte, als er von der Abschiebung erfuhr, erzählt er im Video. 

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Den Brief hat er trotz  Beamtendeutsch gleich verstanden. Kurz nach der Ankunft des Briefes rief er seinen Chef Ahmet Yardimci an und legte zusammen mit ihm Widerspruch gegen den Asylbescheid ein- damit war die zweiwöchige Frist eingehalten. Ebenfalls startete sein Chef eine Petition gegen die Abschiebung.

Diese erreichte vor allem durch die Berichterstattung in den Medien das nötige Quorum von 2.500 erforderlichen Stimmen im Landkreis Ravensburg. Yardimci ist den Medien dafür dankbar.

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Obwohl Fawad bereits zweimal Widerspruch gegen den negativen Asylbescheid eingelegt hatte, kam es bis jetzt noch zu keiner Gerichtsverhandlung. Wie lange es noch dauern wird, bis Klarheit über die Abschiebung herrscht, ist nicht bekannt.

Die Anwaltskosten musste er selbst bezahlen. Bis heute hat dieser Brief Folgen für seinen Alltag, da er immer noch Angst vor einer Abschiebung hat. Auch im Arbeitsalltag hat er mit Motivationsproblemen zu kämpfen.

Besonders enttäuscht ist er vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. In Sigmaringen war er zu einer Anhörung wegen seines Asylantrags geladen worden. Zu diesem Termin habe er mehrere Dokumente über seine Gefangenschaft in Lagern während seiner Flucht mitgenommen, die aber lauf Fawad nicht beachtet wurden. „Die Person, die mich befragte, hat sich nicht für mich interessiert“, sagt der 26-Jährige. Selbst die Antwort des Amtes habe sich wie eine Standardantwort angehört.

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Der 26-jährige Afghane kam vor drei Jahren nach Deutschland. Allerdings war sein Weg bis nach Deutschland noch länger- etwa dreieinhalb Jahre. In dieser Zeit war er in einigen Auffanglagern untergebracht. Etwa 18 Monate lang war er in Griechenland in einem „Gefängnis“, wie er selbst beschreibt.

Mit vielen Leuten habe er dort zusammen auf engstem Raum unter miserablen Bedingungen gelebt. Während dieser Zeit habe er keine Dusche und nur ein gelbliches, dreckiges Wasser zum Trinken gehabt. Gegessen habe er nur Nudeln ohne Soße, sodass er jetzt keine Nudeln mehr Essen kann. „In Griechenland war es fast so schlimm wie in Afghanistan."

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Den größten Teil seines Fluchtweges legte er zu Fuß zurück, einen Teil fuhr er mit dem Boot. In Deutschland ging er zunächst ein Jahr auf eine Sprachschule, bevor er ein einwöchiges Praktikum bei seinem jetzigen Arbeitgeber machte, was ihm schließlich den Ausbildungsplatz beschaffte. Mittlerweile ist er im dritten Lehrjahr als Lackierer.

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Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gilt Afghanistan als "sicheres Land".

Für Fawad ist seine Heimat allerdings unsicher. Das könne man auch daran sehen, dass es dort keine deutsche Botschaft mehr geben würde. Bevor er nach Deutschland floh, hat er bei einer Bank gearbeitet.

In Afghanistan wurde er von der Taliban verfolgt. Die Situation in Afghanistan habe sich im Vergleich zum Zeitpunkt seiner Flucht nicht geändert. „Jeden Tag wird es noch schlimmer“, sagt Fawad, selbst am muslimischen Feiertag könne man nicht mehr beten.

 

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Fawads Chef Ahmet Yardimci im Interview

An den Flüchtlingen schätzt er vor allem die hohe Arbeitsmoral. Da man aber nie ausschließen könne, dass Flüchtlinge während der Ausbildung abgeschoben würden, ist es für den Chef der Autolackiererei ein Risiko, den Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz anzubieten. 

Man stecke viel Geld in die Ausbildung hinein, wisse aber nicht, wie es danach weitergehe, so Yardimci. Bei Deutschen würde der Beruf des Lackierers kein großes Interesse auslösen. Vielen sei der Beruf zu anstrengend.

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Als Reaktion auf die Medienberichte besuchten die Politiker der großen Parteien den Afghanen und sicherten ihm Unterstützung zu. Allerdings wisse er nicht, ob sie wirklich helfen oder nur Wahlkampf machen wollen, so Fawad.

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Quelle: Bundesagentur für Arbeit
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Im Bezirk der Arbeitsagentur Konstanz-Ravensburg sind in diesem Jahr rund 160 geflüchtete Menschen in Ausbildung und mehr als 400 Flüchtlinge in Arbeit integriert worden. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit mit.

Als arbeitssuchend werden diejenigen Personen bezeichnet, die zwar eine Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen, aber derzeit arbeitslos sind.

Die Grafik zeigt die Zahl der arbeitssuchenden in der Region insgesamt, sowie den Anteil der arbeitssuchenden Flüchtlinge  - aufgeteilt nach Landkreisen. 

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Quelle: Bundesagentur für Arbeit
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Wie es in Zukunft weitergehen wird, kann Fawad nicht genau sagen. Erstmal möchte er seine Ausbildung beenden und danach vielleicht den Meister machen. Immer noch ist unklar, ob er abgeschoben wird oder nicht.


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Integration durch Kunst

Zu Besuch bei einem besonderen Projekt in der Kunstschule in Leutkirch 

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Elisabeth Sauterleute gründete 2003 die Kunstschule Sauterleute in Leutkirch.

Seit einigen Jahren kommen auch junge Geflüchtete in den Kunstunterricht.

Im Video erzählt sie, wie die Flüchtlinge sich zurechtgefunden haben und wie Kunst und Musik bei der Integration helfen.

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Kawsu ist 19 Jahre alt, er kam im März 2016 als unbegleiteter jugendlicher Flüchtling nach Leutkirch.

In seiner Heimat Gambia hat er als Batiker gearbeitet. Batik ist ein Verfahren zum Färben von Gewebe.

Im Juli dieses Jahres gab er für 23 Kinder und Jugendliche in der Kunstschule in Leutkirch einen Batik-Kurs.

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Nicola steller juni 2017 foto ulrich steller
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Ein weiteres Projekt zum Thema Integration durch Kultur hat die Opernsängerin Cornelia Lanz ins Leben gerufen.

Bei den Proben der Oper „Cosi fan tutte“ im Kloster Oggelsbeuren fragte sie die dort untergebrachten syrischen Flüchtlinge, ob sie nicht mitmachen wollen.

Inzwischen arbeitet ihr Verein „Zuflucht Kultur“ an der vierten Opernproduktion.

Ein Interview mit Nicola Steller, Pressesprecherin von Zukunft Kultur e.V.

Nicola steller juni 2017 foto ulrich steller
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Wie kamen die ersten Flüchtlinge zu Ihnen?

"Die erste Opernproduktion „Cosi fan tutte“ von „Zuflucht Kultur“ hatte im Oktober 2014 Premiere. Das war noch vor der großen Flüchtlingskrise. Das Ensemble probte im Kloster Oggelsbeuren bei Biberach, in dem eine Gruppe syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge einquartiert war. Die Sängerin Cornelia Lanz hatte die Idee, die Flüchtlinge anzusprechen, ob sie nicht bei der Oper mitmachen wollen. Der Erfolg war groß.

Im Herbst 2014 kam ein Chor dazu. Der tritt bei Veranstaltungen auf – im Bundestag, bei Anti-Rassismus-Demos oder mit dem Polizeiorchester. Daraus ist ein großes Netzwerk in ganz Deutschland geworden. Je nach Ort kommen dann Flüchtlinge aus anderen Städten dazu."

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Gibt es bei Ihnen auch Flüchtlinge, die sich in ihrer Heimat
bereits mit Theater beschäftigt haben?

"Gibt es absolut. Bei „Zaide“ hat das Team ausdrücklich nach
Flüchtlingen mit künstlerischem Hintergrund gesucht. Es sind mehrere dazu gestoßen, unter anderem Ahmad Shakib Pouya. Er ist Musiker, spielt Harmonium und singt sehr gut. Er hat ein Abschiebedrama nach Afghanistan hinter sich, er musste unter Lebensgefahr nach Kabul zurück reisen, ist aber mittlerweile mit einem Arbeitsvisum wieder in Deutschland.

Bei „Zaide“ war eine afrikanische Choreografin dabei, die geflohen ist, weil ihre Tochter beschnitten werden sollte. Es haben auch andere Künstler aus Afrika mitgewirkt, z. B. eine Trommelgruppe aus Nigeria oder der Kameramann Ayden Antanyos der inzwischen als Cutter arbeitet." 

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Kann so ein Projekt Flüchtlingen helfen, sich zu öffnen und ihre Erfahrungen zu verarbeiten?
 
"Die Fluchterfahrungen sind sehr individuell, man kann da nichts Allgemeines sagen. Ein klarer Effekt ist, dass die Mitwirkenden in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden. Sie können sich als Mitglieder eines Teams fühlen, als gleichberechtigt. Das ist emotional sehr wichtig. Für sie lohnt es sich, die Mühen der Proben auf sich zu nehmen. Dass sie geachtet werden, das bleibt ihnen. Das hat eine ganz starke integrative Wirkung."

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In ihrem Projekt prallen Kulturen aufeinander. Wie reagieren die Flüchtlinge auf die Oper? Wie klappt die Zusammenarbeit?

"In muslimischen Ländern ist die Oper unbekannt, zumal Frauen in strenger gläubigen Gesellschaften nicht auf der Bühne stehen dürfen. Bei „Cosi fan tutte“ hat man gemerkt, dass es anfangs Vorbehalte gab. 

Wir hatten drei Mozart-Opern und jetzt „Carmen“, die vierte Produktion, und das ist schon härterer Stoff. „Carmen“ ist sexuell aufgeladen. Trotzdem waren sie tapfer dabei. Manche haben ein bisschen geschluckt, aber wir haben ihnen dann auch erklärt, dass das nicht billige Anmache, sondern künstlerisch wichtig ist. Mittlerweile haben sie sich an die Situation gewöhnt, dass Liebe und angedeuteter Sex auf der Bühne stattfinden.  Man muss natürlich auch sagen, dass Strenggläubige schon gleich gar nicht mitmachen weil Frauen auf der Bühne stehen."

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Auch Musiker und Unicef-Pate Fetsum Sebhat engagiert sich für Integration.

Er selbst kam einst als Flüchtling nach Deutschland. Dann begann er Musik zu machen - mit nationalem und internationalem Erfolg. 

Das Bild zeigt ihn bei einem Einsatz für das Kinderhilfswerk in Jordanien. 


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Zusammen mit Tedros Tewelde, einem Freund aus Kindertagen, organisiert er das Peace x Peace-Festival - eine Benefizaktion für Kinder im Krieg und auf der Flucht. 

Gemeinsam mit Grünen-Politikerin Claudia Roth hat Sebhat zudem ein Buch verfasst, in dem er Bürger dazu auffordert, sich politisch zu engagieren.

Im Interview erzählt er von seinem Lebensweg und wie Musik für Integration helfen kann. 

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Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim forscht zum Thema Wahlplakate

Prof. dr. frank brettschneider
Prof. Dr. Frank Brettschneider, Uni Hohenheim
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Um zu erforschen, wie Wähler auf Wahlplakate reagieren, gibt es verschiedene Analyse-Möglichkeiten: 

1. Die Blickverlaufsanalyse: 

- Aufzeichnung des Blickverlaufs beim Betrachten von Wahlplakaten
- Wahrnehmung der Plakatelemente ist Voraussetzung dafür, dass Inhalte eine Wirkung entfalten können. 

2. Die Vorher-Nachher-Befragung:

- Vorher: Befragung nach politischen Präferenzen
- Nachher: Abfrage, an welche Inhalte sich Probanden erinnern können 

3. Die Echtzeit-Bewertung:
- An einem Drehregler geben Befragt an, wie gut das Plakat gefällt 

Im Interview analysiert Brettschneider aktuelle Plakate und erklärt deren Wirkung.

Prof. dr. frank brettschneider
Prof. Dr. Frank Brettschneider, Uni Hohenheim
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Wohin schaut der Betrachter?

Eine Blickverlaufsanalyse am Beispiel eines CDU-Plakats

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Klassische Plakate versus Digitale Wahlwerbung

"Die Plakate sind nach wie vor sinnvoll, solange sie gut gemacht sind, denn sie haben einfach die größte Breitenwirkung, weil sie allgegenwärtig sind."

Online-Werbung dagegen hat eine andere Funktion, sie ist sehr zielgruppenorientiert."


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"Ganz wichtig ist hier, dass Bildplakate wirklich immer besser wirken, als reine Textplakate. Das liegt daran, dass Menschen sich immer als Erstes die Bilder anschauen und erst danach kommt der Text.

Und zweitens muss der Text relativ kurz sein, eben weil man nicht viel Zeit hat, etwas zu lesen.

Drittens sollte auf dem Plakat ein Thema dargestellt sein, das dem Betrachter direkt ins Auge sticht. Reine Textplakate wirken in der Regel nicht. Es sei denn der Text beschränkt sich auf ein Wort oder einen einzelnen Slogan."


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"Ein totales No-Go und rausgeschmissenes Geld sind die Kopfplakate der Wahlkreiskandidaten,  auf denen nur das Gesicht, der Name und das Parteilogo zu sehen sind, weil hier überhaupt kein Thema und keine Aussage vorhanden ist und deswegen gar keine Wirkung zeigt."

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"Generell zeigt sich, dass relativ wenig Menschen auf die Seiten der Parteien in den sozialen Medien gehen, d.h. die Parteien müssen eher dahin gehen wo die Menschen sind. Das hat die Kanzlerin sehr gut gemacht, indem sie bei dem YouTube-Interview dabei war, weil die YouTube-Kanäle besonders auch von Jugendlichen wahrgenommen werden."

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"Leute die die FDP nicht mögen, werden sagen, dass das zu viel Produktwerbung ist oder wirklich zu sehr an ein Model-Shooting einer Bekleidungsmarke erinnert und unseriös wirkt.

Das ist aber insofern egal, weil diese Leute sowieso nicht erwogen hätten die FDP zu wählen. Menschen, die der FDP zugeneigt sind, können diese Plakate ansprechend finden, eben mit dem Argument, dass das auch eine gewisse „Ästhetik“ auf den Wahlplakaten vermittelt."

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"Es ist tatsächlich von Vorteil wenn über die Plakate überhaupt gesprochen wird und das haben die Grünen erreicht. Trotzdem wäre es natürlich besser, wenn über die Plakate positiv gesprochen wird. Die Leute achten im Übrigen kaum auf das magentafarbene Element im Hintergrund, der Effekt dieses Plakates ist also nur sehr gering."

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"Obwohl die FDP damit eigentlich gegen die „Gestaltungsregeln“ verstößt, sind diese Plakate trotzdem gut. Damit wird signalisiert „Wir haben viel zu sagen . Der FDP ist auch bewusst, dass sich niemand vor das Plakat stellt und das alles durchliest, aber unterschwellig wird transportiert „Wir haben viel mitzuteilen“.

Das kann man bei einer Wahl mal machen, bei der nächsten Bundestagswahl würde das schon nichtmehr funktionieren, weil dieser „Neuigkeitseffekt“ dann nichtmehr vorhanden wäre."

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"Kein Mensch steht vor einem Plakat und sagt daraufhin: Jetzt wähle ich die Partei, weil mir das Plakat so gut gefällt. Aber indirekt können Wahlplakate das Wählerverhalten beeinflussen. Sie tun dies, indem sie die Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken.

Wenn das Thema für die Partei günstig ist und wenn der Wähler bzw. die Wählerin vor der Wahlentscheidung vor allem an dieses Thema denkt, dann steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Stimmabgabe zugunsten dieser Partei."

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Seit etwa einem Jahr beschäftigt sich die Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) mit der Plastikverschmutzung in den Weltmeeren.

Das Problem ist ernst und sollte Beachtung finden, denn jährlich gelangen schätzungsweise zwischen 4,8 und 12,7
Mio. Tonnen Müll ins Meerwasser. Diese Menge hat Folgen.


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Neben den Umweltschäden leiden auch bestimmte Branchen der Wirtschaft unter Plastikmüll. Für viele Strandbadeorte gehört das allmorgendliche Wegräumen von Plastikmüll mittlerweile zum festen Ritual. Allein für den asiatisch-pazifischen Raum entstehen der Tourismusbranche jährlich Kosten von 622 Millionen Dollar.

Auch die Schifffahrt ist betroffen, wenn sich Netze in Schrauben verfangen oder Plastikmüll in Ansaugstutzen gerät. Der gesamtwirtschaftliche Schaden durch Plastikmüll in den Meeren wird weltweit auf etwa 13 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Wirtschaftliche Kosten, die aber nicht durch die Verursacher getragen werden. 

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Doch auch in der Umwelt hinterlässt die Meeresverschmutzung eine Schneise der Verwüstung, Betroffen sind marine Lebewesen, wie z.B. Wale, Robben, Schildkröten, Delfine oder auch Seevögel, welche Plastik fälschlicherweise für Nahrung halten und essen.

Doch das Plastik können sie nicht verdauen, weswegen es im Magen bleibt. Die Folge ist, dass die Vögel der Meinung sind, sie wären satt und verhungern. Abgesehen davon kann das Plastik auch ihren Verdauungstrakt verstopfen und sie sterben auch.

 

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Bei den Meerestieren passieren unter anderem ähnliche Dinge, an der schottischen Küste wurde ein Wal mit 800 Kilo Plastikmüll entdeckt. Außerdem verheddern sich Wale, Delfine und Schildkröten in Geisternetzen, also Netze welche kaputt waren und ins Meer geworfen wurden oder verloren gegangene Netze. Anschließend hat der Plastikmüll weitreichende Folgen, denn beim Zersetzungsprozess werden Mikroplastikteilchen freigesetzt.

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Das Umweltbundesamt äußert sich dazu folgendermaßen: Die Überbleibsel unserer zivilisierten Wegwerfgesellschaft kosten jedes Jahr Tausenden von Meeresbewohnern das Leben und gefährden die sensiblen marinen Ökosysteme. Jüngste Forschungen zeigen, dass bereits nach einem Jahr durch die UV-Strahlung, Salzwasser und mechanische Kräfte Zersetzungsprozesse einsetzen, die gefährliche Chemikalien wie Bisphenol A (BPA) oder Styrolverbindungen freisetzen.

Diese auch für den Menschen bereits in geringen Dosen toxischen Stoffe reichern sich in der Nahrungskette an und schädigen nachhaltig das Erbgut und den Hormonhaushalt mariner Lebewesen.

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So hat der Müll in den Meeren zwischen 1986 und 2013 zugenommen

Animation der NASA

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Über 8,3 Milliarden Tonnen Plastik wurden bis heute weltweit produziert. 

Nur ein kleiner Teil davon wird recycelt. 

Kunststoffmüll wird in Zukunft den größten Teil einnehmen. 

Die Zahlen werden bis zum Jahr 2050 dramatisch steigen. 

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Afp 001 p424l preview neu
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94 Prozent des Mülls, der im Meer landet, lagert auf dem Meeresgrund.

An den Stränden kommt nur etwa fünf Prozent an. 

Trotzdem werden mehrere hundert Millionen Euro für die Säuberung von Stränden aufgewendet. 




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Seit 2013 setzt sich der 19-jährige Boyan Slat für die Reinigung von den Weltmeeren ein, begonnen hatte seine Idee mit einem Urlaub in Griechenland, bei dem ihn die Plastikverschmutzung an den Stränden erschütterte.

In den folgenden Jahren startete er verschiedene Expeditionen und ein Crowd-Funding-Projekt, bei welchem er mehr als zwei Millionen Euro Spenden bekam.


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2016 war es soweit, der erste Prototyp wurde in der Nordsee installiert. Mitte 2018 soll das erste Plastikreinigungsnetz platziert werden, um mit der Reinigung zu starten. Bis ins Jahr 2020 will er dann alle geplanten Reinigungsnetze platziert haben.

Sein ehrgeiziges Ziel ist es, bereits innerhalb von fünf Jahren 50% das „Great Pacific Garbage Patch“, der „ Achte Kontinent“, welcher nur aus Müll besteht und sich im Nordpazifik befindet, zu reinigen. Das dann aufgesammelte Plastik soll recycelt werden - so dass auch noch Profit aus dem „The Ocean Cleanup“ Projekt  gewonnen werden kann.

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50% des Plastikmülls im „Great Pacific Garbage Patch“ in fünf Jahren reinigen - unmöglich? Durch spezielle Algorithmen konnte das Projekt die perfekten Standorte analysieren, um die Auffangnetze zu positionieren und die optimalen Positionen zu finden, in die der Müll, automatisch durch die vorhandenen Strömungen hineingetrieben wird.

Durch die Gewichte an der Unterseite des Netzes bleibt dieses an Ort und Stelle, es wird keine Energie in jeglicher Form benötigt. Dadurch kann das Netz vollkommen autonom arbeiten und die versprochenen durchschnittlichen drei Tonnen Müll pro Woche auffangen. 

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Interview mit Bernhard Bauske - Senior Advisor des World Wide Fund For Nature (WWF) 

Was ist der momentane Stand der der Dinge, was die Verschmutzung der Ozeane angeht?

Es wird geschätzt, dass in den Ozeanen pro Jahr etwa 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen. Am meisten Müll wird  in Südostasien in die Meere gespült, da wir dort ein steigendes Konsumverhalten erleben und somit eine steigende Einführung von Kunststoffverpackungen auf dem Markt. Aufgrund der dort schlechten Müllentsorgung wird der Müll oft in die Flüsse geschüttet und gelangt so in das Meer.

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Welche Folgen ruft die Verschmutzung hervor?
Sehr viele Strände sind verschmutzt, die müssen täglich gereinigt werden. Das sind schon mehrere hundert Millionen Euro Schaden, die allein im Tourismus entstehen. Wir haben auch Schäden in der Schifffahrt, wenn zum Beispiel Plastikteile in die Schrauben gelangen. Der Schaden in unserer Natur ist ebenso enorm.

Wale, Meeresschildkröten und Robben verfangen sich in Netzen und Leinen und können daran auch zugrunde gehen. Auch Vögel sind von der Verschmutzung betroffen. Manche Plastikteile strömen einen besonderen Duft aus.

Vögel vermuten, dass es sich um Nahrung handelt und so werden dann Plastikteile aufgepickt und diese verstopfen natürlich auch den Magen. Die Vögel denken, sie wären satt, sind es aber nicht, weil sie nur Plastik im Magen haben. Studien schätzen, dass bis zum Jahr 2050 fast jeder Meeresvogel Plastikteile im Magen haben wird. Es wird, wenn die Entwicklung so weitergeht, im Jahr 2050 die gleiche Menge an Fischen und Plastik in den Meeren geben.

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Was tun Sie bzw. Ihre Organisation um dieses Problem einzudämmen und zu bekämpfen?
Wir appellieren an die Politik, dass die Gesetzgebung zur Müllentsorgung besser wird. Der WWF ist vor allem auch in Südostasien mit verschiedenen nationalen Organisationen oder Niederlassungen aktiv. In Hong Kong werden zum Beispiel Küstenabschnitte vom Müll gereinigt. Wir sind in Gesprächen mit der örtlichen Gastronomie und mit Fischereien, dass sie auf andere Verpackungen zurückgreifen.

Wir wollen dafür sorgen, dass die Bevölkerung informiert wird und auch, dass massive Maßnahmen zur Vermeidung von Verpackungsmüll getroffen werden. Zusätzlich soll der Einsatz unnötiger Verpackungen und Einwegtüten weltweit reduziert werden.

Wie hoch ist Ihr Budget in diesem Projekt im Vergleich zu anderen?
Momentan ist der Anteil noch nicht so hoch, weil wir uns erst seit circa einem Jahr intensiv damit beschäftigen. Der WWF hat als Schwerpunkt den Artenschutz. Da geht es hauptsächlich um Wilderei und Schutz der Wälder, wo wir momentan den Hauptteil unserer Mittel einsetzen. Das wird sich verändern, da wir uns jetzt verstärkt um Plastikmüll kümmern.

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Was kann jeder Mensch selber tun, um dem Problem etwas entgegenzusetzen?
Das Einfachste wäre, auf Einwegtaschen und Einwegbecher zu verzichten. Jeder kann sich an Müll-Sammelaktionen in Wälder der Region beteiligen. Und das klingt banal, wird aber häufig doch gemacht: Niemand sollte Müll in die Natur schmeißen.

Würden Sie den Menschen davon abraten Fisch zu essen, wenn eine schädliche Wirkung von Mikroplastik sicher von einer Studie belegt wäre?
Derzeit gibt es dazu noch keinen Beleg, deswegen würde ich auch nicht abraten Fisch zu essen. Diverse Forschungen hierzu werden gerade durchgeführt. Es ist auch so, dass die Mikroplastikteilchen sich oft im Verdauungstrakt der Fische befinden und der wird meistens heraus ausgenommen. Aus Vorsorgegründen sollte trotzdem der Eintrag von Mikroplastik in Meere und Gewässer deutlich reduziert werden. 

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Welche Maßnahmen erwarten Sie von der Politik zur Verminderung des Problems?
In Deutschland wurde tatsächlich durch das Abfallwirtschaftsgesetz in den 1990er Jahren erreicht, dass die Unternehmen, die Verpackungen in den Verkehr bringen, die Kosten für das Sammeln und Entsorgen dieser Verpackungen mitfinanzieren müssen. Das sollte vom Prinzip her auch in anderen Ländern so umgesetzt werden. Natürlich sollte auch noch was im Bereich der Verpackungsmittelreduzierung unternommen werden. Wir haben zum Beispiel in Deutschland immer noch einen Anstieg der Mengen von Verpackungsmüll.

Wie gehen Sie vor um dieses Projekt den Menschen näher zu bringen?
Wir richten uns an die Medien mit Stellungnahmen und versuchen das Thema im Internet darzustellen. Wir sprechen unsere Unterstützer an. In vielen Ländern betreiben wir Aufklärungsarbeit. Zum Beispiel in Hong Kong, wo wir Aufklärungsseminare anbieten. 

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"Es gab mal eine Partei, die hatte den Namen „Die Grünen“ tatsächlich verdient.“

„Am Ende des Tages regieren ja alle außer den Politikern“

„Frau Merkel hat das Wort „Artensterben“ noch nie benutzt."

Das ausführliche Interview mit Jaenicke lesen Sie hier.

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In manchen Ländern herrscht wegen des Klimawandels Extremwetter. Was kann man dagegen tun? 

Klimaforscher warnen, dass wir schnell sein und möglichst rasch die Emissionen senken müssen. Das muss in den Regionen passieren, die die Verursacher des Klimawandels sind, also insbesondere in den Industriestaaten. Amerika, China, Europa, Kanada, Australien, Japan – sie müssen schnell und mehr tun, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Man kann derzeit wieder einmal in den USA beobachten, wo extreme Wirbelstürme als direkte Folge des Klimawandels massive Schäden verursachen. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.

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Was denken Sie über Dieselfahrverbote?
 
"Die Diesel-Pkw sind zu umwelt- und klimaschädlich. Die Autos sind in den vergangenen Jahren zwar effizienter geworden, aber sie werden immer schwerer und größer und sind somit zur Erreichung der Klimaziele ungeeignet, zudem verursachen sie umweltgefährdende Stickoxide. 

Da die Politik es versäumt hat, eine nachhaltige Verkehrswende auf den Weg zu bringen, sind nun Dieselfahrverbote unvermeidlich. Dieselfahrzeuge passen nicht in eine nachhaltige Verkehrswende, man sollte konsequent auf umwelt- und klimaschonende Antriebe setzen. Dazu sollte diese Dieselsteuererleichterung abgeschafft werden, eine Elektroautoquote eingeführt werden und konsequent klimaschonende Antriebe gefördert werden."

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Kann man in ein paar Jahren vollständig auf erneuerbare Energien umstellen?

"In ein paar Jahren sicherlich nicht, aber in einigen Jahrzehnten wird es durchaus möglich sein, uns vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Im Moment liegt der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bei etwas über 30 Prozent. Wenn man sich die gesamte Energieversorgung anschaut, also auch den Gebäude- und den Verkehrssektor mitrechnet, ist der Anteil deutlich geringer. Wenn man die ganze Volkswirtschaft auf erneuerbare Energien umstellen will, muss man heute mehr tun, um die langfristigen Ziele zu erreichen.

Die Bundesregierung hat sich ja zum Ziel gesetzt, im Jahr 2050 80 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen – und das können wir schaffen, wenn wir die Energiewende konsequent fortführen."

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Inwiefern machen Sie sich Sorgen darüber, welche Folgen der Klimawandel haben kann?
 
"Ich mach mir durchaus Sorgen, weil der Klimawandel im Moment ungebremst weiter fortschreitet und weil es die verantwortlichen Nationen, die sehr viele Emissionen verursachen, im Moment nicht schaffen, die Emissionen in ausreichendem Maße zu senken. Das liegt daran, dass Industrienationen wie beispielsweise Amerika noch immer einen sehr hohen Anteil an den globalen Emissionen haben und zu wenig Klimaschutz betreiben.

Andere wie Europa und China unternehmen zwar Anstrengungen für mehr Klimaschutz, können aber den Klimawandel allein nicht aufhalten. Wir sehen außerdem eher Tendenzen, dass der Klimaschutz aus politischen Gründen an Bedeutung verliert, zum Beispiel in den USA."

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"Wir fordern, die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke in Deutschland abzuschalten"

"Die stoßen so viel CO2 aus wie 37 Millionen Autos"

"Die Kohleverstromung verursacht das größte Problem"

Winfried Kretschmann im Interview mit der Schwäbischen Zeitung 

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Der Klimawandel - ein Aufregerthema?

Eine Umfrage zum Thema erneuerbare Energien und die Folgen der Erderwärmung 

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Karte.
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Diese Karte zeigt die Skigebiete der Region markiert mit einem Punkt in drei Farben.

Die Punkte zeigen an, welche davon im Jahr 2100 noch ohne Kunstschnee befahrbar sind. 

Roter Punkt:
Im Jahr 2100 gar nicht mehr ohne Kunstschnee befahrbar
Gelber Punkt:  Im Jahr 2100 zum Teil noch ohne Kunstschnee befahrbar
Grüner Punkt: Im Jahr 2100 ohne Kunstschnee weiterhin gut befahrbar

Zur interaktiven Karte gelangen Sie hier. 

Karte.
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Der norwegische Gletscher Briksdalsbreen

2004 und 2009 im Vorher-Nachher-Vergleich 

Hier klicken, um die Animation zu starten

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Martin Sonneborn
ist Mitgründer und Bundesvorsitzender der Satire-Partei „Die Partei“ und sitzt als einziger Politiker seiner Partei im Europaparlament.

Neben einer „Bierpreisbremse“ hat die Partei noch einige andere kuriose Ideen, mit denen sie bei den Wählern punkten will.

Im Interview erzählt er von der richtigen Strategie im Umgang mit dem türkischen Präsidenten und den AfD-Wählern, die seine Partei durch das Kapern der Facebookauftritte "dazugewonnen" hat. 

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Die Partei

Martin Sonneborn - Parteichef und Europaabgeordneter - im Gespräch mit Timo Schell und Jakob Groth

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Anders als der politische Neuling Sonneborn ist Linke-Politiker Gregor Gysi ein Urgestein der deutschen Politik. 

Im Interview spricht er über die Chancen für Rot-Rot-Grün bei der Bundestagswahl, eine Abschaffung des Soli und darüber, warum junge Menschen sich für linke Politik interessieren sollten. 


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Die Ost-Beauftragte Iris Gleicke rechnet damit, dass Ostdeutschland noch länger auf Hilfe aus Westdeutschland angewiesen ist. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
 Das hat natürlich mehrere Gründe. Der erste Grund dafür ist, dass die Wirtschaft in der DDR immer unproduktiver war als die in der alten Bundesrepublik. Der zweite Punkt ist, dass man der Wirtschaft in der DDR auch dort, wo sie gut lief, viel zu wenig Chancen einräumte, weil viele Unternehmen in der alten Bundesrepublik Konkurrenz befürchtet hatten und dadurch vieles schief lief. Wir wollen im Vergleich zu anderen Parteien, dass der Soli-Pakt weiter läuft, aber für alle strukturschwachen Gebiete Deutschland - zum Beispiel auch für solche in Baden-Württemberg.

Ihre Partei hatte zu einer „Allianz für Ostdeutschland“ aufgerufen. Wollen sie damit vor allem ostdeutsche Wähler erreichen?
Nein. Wir möchten natürlich von überall Stimmen gewinnen, aber durch unsere Herkunft sind wir in besonderer Art und Weise für den Osten verpflichtet. Das Problem ist, dass im Osten im Schnitt für weniger Lohn 2 Wochen länger gearbeitet und eine niedrigere Rente bezogen wird, im Vergleich zum Westen. Der Artikel 72 des Grundgesetzes verlangt gleiche Lebensverhältnisse in ganz Deutschland. Ich denke, im 27. Jahr der deutschen Einheit sollte das endlich passieren. Und dafür müssen wir uns einsetzen. 

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Stichwort Soli: Würde diese Allianz nicht gerade Wähler aus dem Westen verschrecken? Glaube ich nicht. Wenn sie hören, dass ihre eigenen strukturschwachen Regionen dadurch auch entwickelt werden, kann man doch dafür sein.

Warum sollten junge Menschen überhaupt die Linke wählen?
 Wenn es so weiter geht unter der Oberhoheit der Union, dann gibt es drei verheerende Punkte. Zum einen, dass die Europapolitik so fortgesetzt wird wie jetzt, wo Deutschland das Geschehen dominiert. Wenn der Süden Europas weiter kaputt gemacht wird, dann kann die EU auch kaputt gehen. Aber ich finde, unsere Jugend hat es nicht verdient, dass wir zum alten Nationalstaat zurückkehren, sondern braucht die europäische Integration aus vielen Gründen, auch um Kriege zu verhindern. Das zweite ist, dass es beim größten Niedriglohnsektor Europas in Deutschland bliebe. Das dritte ist, dass wir Millionen prekäre Beschäftigungen behielten, die die Gesellschaft spalten. Was mich stört ist, dass den Konzernen und Banken freier Spielraum gegeben wird und sie immer gerettet werden. Fragen sie mal einen Mittelständler, der wird in die Insolvenz geschickt.

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2009 hatten sie noch 16 Direktmandate, 2013 nur noch vier. Mit wie vielen rechnen sie bei dieser Bundestagswahl? Mit allen. Im Ernst: Ich weiß es natürlich nicht und kann es auch nicht einschätzen. Aber ich hoffe auf jeden Fall, dass wir mindestens die vier wieder holen. Ich bin bisher immer direkt in den Bundestag gewählt worden. Schauen wir mal, ob das wieder klappt.

Sie sind ja nicht über die Landesliste abgesichert. Was machen sie wenn sie ihr Direktmandat nicht holen?
Ich bin 69 und habe noch viel zu tun.  Es erscheint in Kürze meine Autobiographie und ich habe jetzt schon Termine bis in das Jahr 2019. Also muss ich mir diesbezüglich keine Sorgen machen, aber treffen würde mich das schon, nachdem ich bisher immer direkt gewählt wurde.

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Halten sie es weitere vier Jahre mit Sahra Wagenknecht aus? Ja na klar. Das gehört ja dazu, das ist doch gar kein Problem. Sie müssen ja mal überlegen mit wem ich das schon alles im Bundestag ausgehalten habe, gerade bei den anderen Parteien. Und mit Sahra komme ich mittlerweile auch ganz gut klar.



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Viele Linke-Wähler sind ja zur AfD abgewandert: Denken sie, dass es zwischen den Parteien Überschneidungen gibt?
 
Am meisten bekommt die AfD Stimmen von ehemaligen Nicht-Wählern. Da sind auch solche dabei, die uns schon einmal gewählt haben, das stimmt. Die wählen die AfD aus zwei Gründen: Erstens, merken sie, dass von Seehofer bis Gysi sich alle am meisten ärgern, wenn die AfD gewählt wird. Wenn du so ausgegrenzt bist, verschafft dir das schon ein bisschen Genugtuung. Zweitens hoffen sie , dass sich die Scheinwerfer von Medien und Politik  endlich auf sie richten und, dass etwas passiert, dass es ihnen besser geht. Ich denke, wenn man das Interesse die AfD zu wählen abbauen will, muss man zwei Dinge machen: Einmal die Fluchtursachen wirksam bekämpfen. Mit einer Mauer macht man ein Problem nur vorübergehend unsichtbar, löst es aber nicht. Das zweite ist, wir brauchen in Deutschland einen sozialen Schub. Wenn wir einen sozialen Schub in Deutschland erreichen, dann ist das Interesse die AfD zu wählen deutlich abgebaut.

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Zum Beispiel Waffenexporte verbieten?
 
Ja und die Kriege müssen beendet werden. Ich würde mal sagen, wenn bei Ihnen die Bomben flögen, fliehen sie auch, oder? Außerdem muss der Hungertod überwunden werden. Wir haben weltweit eine Landwirtschaft, die die Menschheit zweimal ernähren könnte und trotzdem sterben jährlich 18.000.000 Menschen an Hunger.

Wenn die Wähler jetzt wirklich linke Politik möchten: Warum sollten sie ihre Stimme nicht bei der MLPD machen?
 
Ja, weil man Sekten keine Stimme gibt. 

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Wie groß schätzen Sie die Chance für Rot-Rot-Grün ein? Wahlen werden immer erst in der letzten Woche entschieden, weil die Bindung der Wählerrinnen und Wähler an eine Partei nicht mehr so groß ist wie in früheren Jahrzehnten. Es gibt noch viele Unentschlossene. Deshalb sage ich, man muss kämpfen, der Wahlkampf ist mir nicht leidenschaftlich genug. Wenn es eine solche Regierung gäbe, könnte man die Fluchtursachen bekämpfen, die EU reformieren und retten, dann könnten wir den sozialen Schub in Deutschland erreichen und wir könnten endlich mal etwas für die Mitte der Gesellschaft tun. Wenn die Politik so fortgeführt wird wie bisher, dann muss ich eine negative Entwicklung für die EU und für unser Land befürchten.

Wie stehen Sie denn zum Wahlrecht mit 16?
Ich bin immer dafür. Inzwischen gibt es eine Reife bei 16-Jährigen, so dass ich meine, das aktive und passive Wahlrecht, zumindest aber das aktive Wahlrecht, muss auch die erreichen. 

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Sie hatten mal in einer Rede gesagt, Jugendliche hätten keine Geduld. Wie wollen Sie uns – möglichst kurz – von der Linken überzeugen?

Ich bin zum Beispiel einer derjenigen, der am meisten an euch denkt. Die Rettung der Europäischen Union ist vor allem eine Tat für die Jugend. Ich möchte nicht, dass alles, was ihr diesbezüglich erreicht habt, wie ihr Englisch sprecht, wie ihr durch Europa reist, dass das wieder kaputt gemacht wird. Das zweite ist, dass die Berufsausbildung wieder einen anderen Stellenwert in den Medien bekommen muss. Das dritte ist, dass wir die Hochschulen leider völlig verschult haben. Ich möchte gerne, dass die Jugend rebellischer ist und wenn ich als ‚Alter‘ sage die Jugend muss rebellischer werden, um uns ‚Alte‘ zu nerven, damit wir etwas verändern, dann ist das doch ein Grund, oder? 

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Aktuelle Sprüche von Wahlplakaten

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„Geld für die Oma statt für Sinti & Roma" (NPD)

„Für ein Deutschland in dem wir gut und gerne leben.“ (CDU)

„Die Zukunft braucht neue Ideen. Und einen, der sie durchsetzt.“ (SPD)

„Gleiche Rechte für Migranten und Deutsche“ (MLPD)

„Zwei Samstage pro Woche – Mo Di Sa Mi Do Fr Sa So – (Die Partei)

„Keine Lust auf Weiterso: Die Linke.“ (Die Linke)

„Burkas?“ Wir steh’n auf Bikinis.“ (AfD)

"Zukunft kann man wollen oder machen.“ (Die Grünen)

„Die Digitalisierung ändert alles. Wann ändert sich die Politik?" (FDP)

„Warum will der Staat wissen, dass ich Nichts zu verbergen habe? „Für die Währung von Privatsphäre und Unschuldsvermutung.“ (Piraten)

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Antje von Dewitz
ist Geschäftsleiterin der Firma Vaude.

Das Unternehmen produziert seit 1974 hauptsächlich Sport- und Outdoorbekleidung, aber auch Taschen und Rucksäcke, sowie Zelte und hat seinen Hauptsitz in Tettnang am Bodensee.

Im Interview spricht sie über ihre Karriere und ihre Ansichten zur Ungleichheit, die zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt immer noch herrscht. 

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Nachgehakt

"In welchen geschäftlichen Situationen wären Sie lieber ein Mann gewesen?"

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Was hat Ihnen als Frau Schwierigkeiten in Ihrer Karriere bereitet?
Bevor ich endgültig bei Vaude eingestiegen bin, habe ich hier ein Praktikum gemacht. Das hat mir mein Vater angeboten. Die Besonderheit daran war, dass ich gleich sehr viel Verantwortung bekommen habe, indem ich einen neuen Geschäftsbereich, die Packs ‘n Bags, also unsere modischen Taschen und Rucksäcke, aufbauen sollte. Damit hatte ich eine Aufgabe, die sonst keine Praktikantin bei uns einfach so bekommen hätte.

Nach diesem Praktikum, also vor 18 Jahren, habe ich entschieden, dass ich hier bei Vaude arbeiten will. In dem Moment war ich schon schwanger, das war die erste Schwierigkeit. Da hatte ich auch etwas Bauchweh, das meinem Vater zu beichten. Der Stress war aber völlig umsonst. Ich kann mich noch an seine Antwort damals erinnern. Er sagte nur „Ja und?“ Da war ich schon sehr erleichtert, dass er das so gut aufgenommen hat. Das war wohl vor allem Kopfsache, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man mit Kindern Karriere machen kann.

Ich kannte keine Frau mit einem verantwortungsvollen Job und Kindern. Aber das Letzte, was ich wollte, war es, eine Rabenmutter zu sein. Diese Klischees, die auch im eigenen Kopf kreisen, sind eine große Schwierigkeit.

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Haben Sie des Öfteren Kommentare wie „Das schaffen Sie sowieso nicht.“ bekommen?
Nein, das gar nicht. Ich war in einer Sondersituation, ich bin ja die Nachfolgerin. Zwar musste ich mich im Unternehmen schon beweisen, mich aber nicht in dem Sinne von unten nach oben hocharbeiten. Und ich glaube, Vaude ist da auch wirklich speziell. Wir haben hier inzwischen 70 Prozent Frauen. Daher herrscht bei uns nicht das traditionelle Klima, bei dem die Männer dominieren.  

Und von außen, haben Sie da auch nie kritische oder negative Kommentare bekommen?
Von außen schon, ja. Also ganz früh kam schon ab und zu mal was, vor allem von Älteren, wie zum Beispiel „Aber die Frau gehört doch an den Herd.“ Das war so ganz am Anfang, als es noch total unüblich war, dass eine Frau eine Führungsposition übernimmt. Aber dann später eigentlich überhaupt gar nicht mehr.

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Erleben Sie manchmal, dass Ihre Geschäftspartner sich Ihnen überlegen fühlen, weil Sie eine Frau sind?
Das ist schon öfter der Fall. Ich bin ja eigentlich immer sehr leger gekleidet und meistens auch jünger als mein Gegenüber und ich bin auch noch blond. Also, ich glaube, unterschätzt werde ich schon öfter. Das finde ich aber nicht dramatisch, denn das gibt mir ja Raum, zu agieren und mich zu beweisen. 

Waren Sie schon einmal an dem Punkt, an dem Sie daran dachten, alles hin zu schmeißen, und warum?
Wir waren für die Arbeit meines Mannes für 3 Jahre nach Stuttgart gezogen. Bei der Rückkehr nach Tettnang hatten wir zwei Kinder, ich war mit dem dritten hochschwanger, meine Dissertation war noch nicht fertig und ich war dabei in verantwortungsvoller Position wieder voll bei Vaude loszulegen. Wir sind damals hier in eine zwei Zimmer Wohnung gezogen und hatten kein Platz mehr für ein Au-Pair. Das war der Zeitpunkt, an dem ich gedacht habe, das geht so nicht, weil mein Programm auf Kosten der Familie geht. Ich hatte mich daher entschlossen, meine Disseration hinzuschmeißen und habe das auch meiner Schwiegermutter erzählt. Am nächsten Tag kam sie dann zu mir und meinte, sie werde jetzt unser Aupair.... Sie hat dann tatsächlich die Betreuung unseres Babys übernommen und viel im Haushalt übernommen. Danach hat alles auch wieder geklappt. 

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Ihrer Erfahrung nach, was hat sich im Laufe der Jahre verändert im Bezug auf Gleichberechtigung?
Meine Erfahrung ist, dass Unternehmen mittlerweile mehr und mehr erkennen, dass Diversität besser ist. Bunt gemischte Teams sind einfach kreativer und finden viel leichter Lösungen, da es viele unterschiedliche Herangehensweisen gibt. So entwickeln sich auch viele Zukunftswege. Als ich damals eingestiegen bin, war das noch nicht so. Bei vielen Unternehmen ist es mittlerweile so, dass sie, glaube ich, tatsächlich gerne auch Frauen in Führungspositionen hätten. Das Problem ist, dass die meisten noch nicht verstanden haben, dass dazu mehr gehört als nur zu sagen „wir stellen auch Frauen ein.“

Zum Beispiel sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, mit denen Frauen tatsächlich Verantwortung übernehmen wollen und vor allem auch können. Das sieht man ja auch an den Statistiken, es sind noch nicht so wirklich viele Frauen in Führungsposition. Außerdem sind noch sehr viele Unternehmen von einer Kultur von männlichen Alleinverdienern geprägt. Das ist etwas ganz anderes als wenn du eine Kultur hast, in der es viel Teilzeit gibt, in der Frauen in Führungspositionen sind, in der es auch Ausländer gibt und in der Jung und Alt zusammen arbeiten. In diesem Punkt haben sich meines Erachtens noch nicht so viele Unternehmen geändert. 

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Was muss sich denn ändern oder wie ist dieser Kulturwandel zu unterstützen?
Bei uns war es so, dass wir Frauen immer wieder Führungspositionen angeboten haben. Diese haben sich auch darüber gefreut, aber trotzdem meist abgelehnt. Wir sind damals auf Ursachenforschung gegangen, warum sie ablehnten. Das hatte ganz verschiedene Gründe. Manche wollten Teilzeit arbeiten, was damals in Führungspositionen nicht möglich war. Andere haben es sich nicht zugetraut, sich in Meetings eventuell auch mit Ellenbogen durchzusetzen. Es ist oft so, dass Männer mehr auf Karriere fokussiert sind und es Frauen wichtig ist, auch andere Dinge im Leben haben, die ihnen wichtig sind und denen sie Zeit widmen möchten.

Deshalb sollte eine Führungsposition nicht bedeuten, dass ich die nur in vielen Überstunden schaffe oder sie sollte sogar in Teilzeit möglich sein. Vor allem ist es auch wichtig, eine Kultur zu schaffen, die nicht auf Autorität basiert und in der sich nicht nur der Dominanteste durchsetzt. Was man braucht, ist eine Kultur, die verschiedene Persönlichkeiten und Auseinandersetzungen auch zulässt, sodass jeder Input bringen kann. Das kann man aber nur wandeln, wenn man da wirklich rangeht, und nicht nur sagt „Stellt mehr Frauen ein."

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Was bringt denn eine Frau mit in eine Führungsposition, was ein Mann nicht so gut kann?

Das Wichtigste ist, dass es gemischt ist. Dass Männer und Frauen, Alt und Jung und Menschen aus verschiedenen Nationen zusammenarbeiten, denn dann ist es möglichst bunt   mit vielen verschiedenen Hintergründen, Erfahrungen und Werten. Bei Frauen speziell ist es meiner Erfahrung nach so, dass sie meist die Doppelverantwortung übernehmen, zuhause und auf der Arbeit.

Das macht viele Frauen glaube ich tendenziell mehr durchgetaktet und damit strukturierter und effizienter. Allerdings haben wir inzwischen immer mehr Männer in Führungspositionen, die nun auch in dieser Doppelrolle stecken. Von daher löst sich dieser Unterschied immer mehr auf. 

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Von Frau zu Frau

"Welche Tipps haben Sie für junge Frauen, die sich eine Karriere aufbauen wollen?"

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Gleichberechtigung - wissenschaftlich betrachtet

Elkeholst
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Elke Holst ist Forschungsdirektorin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin.

"Der Unterschied zu früher ist, dass Frauen heute viel besser ausgebildet sind und Männer in ihren Jobs ersetzen können."

Das ausführliche Interview mit Elke Holst lesen Sie hier.



Elkeholst
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Was Frauen wollen

Ein Kommentar zur Gleichberechtigung von Theresa Thumm

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First Draft ist eine gemeinnützige Organisation, die ins Leben gerufen wurde, weil die Art, wie mit Medien öffentlich umgegangen wird, sich über die letzten Jahre verändert hat.

Claire Wardle, Leiterin von First Draft, war der Ansicht, dass es eine Organisation geben sollte, die Menschen Tipps gibt, wie sie mit Inhalten im Internet umgehen sollten, denn mit der Ära der digitalen Nachrichten nimmt die Anzahl der Inhalte und Informationen.

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Sweeney
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Interview mit Eoghan Sweeney von "First Draft"

Wo und wie werden Falschinformationen identifiziert?

First Draft arbeitet mit vielen verschieden Nachrichtenagenturen zusammen, somit haben wir keinen Mangel an Quellen. Manchmal schauen wir auch aktiv danach, was online gesagt wird, wenn ein bedeutender Vorfall wie eine Naturkatastrophe oder ein Terroranschlag passiert. Wir benutzen dazu natürlich Twitter und Facebook, aber auch Instagram.

In den sozialen Netzwerken prüfen wir dann nicht nur, ob Falschinformationen verbreitet werden, sondern auch, ob die Medien ihre Arbeit gut machen.


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Gibt es bestimmte Schwierigkeiten bei der Identifikation von Falschinformationen?
Vieles kann sehr leicht enthüllt werden, aber manchmal kann es auch sehr schwierig sein. Unsere größte Aufgabe ist es, den Techniken zur Erstellung von Fake-News immer einen Schritt voraus zu sein und unsere Techniken zur Erkennung falscher Informationen stetig zu verbessern, denn es gibt nicht nur immer mehr Falschinformationen, sondern sie sind auch immer schwerer zu entdecken.

Was tut First Draft gegen Fakes?
Wir können nicht viel dagegen tun, doch wenn wir potentiell gefährliche Fakes entdecken, veröffentlichen wir sie auf unserem Twitter-Account. In den nächsten paar Wochen arbeiten wir mit dem Recherchezentrum Correctiv in Berlin zusammen. Wir prüfen jeden Tag, welche Art von falschen Informationen vor der Bundestagswahl verbreitet wird und senden dann einen Newsletter an alle großen deutschen Medien, aber auch an kleinere. Jedoch muss man mit einem solchen Projekt vorsichtig sein, denn es kann passieren, dass wir ein unbekanntes Gerücht aus Versehen veröffentlichen und dadurch Öl ins Feuer gießen. Deshalb achten wir immer darauf, was gerade in den Trends ist. Wenn etwas viral geht, prüfen wir die Echtheit. Sollte es ein Fake sein, erwähnen wir es in unserem täglichen Newsletter. 

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Wer hat ein Interesse daran, falsche Informationen zu verbreiten?

 Die Motivation der Urheber ist oft, dass sie auf politische Prozesse Einfluss nehmen oder Geld verdienen wollen. Sie wissen, dass melodramatische und aufregende Nachrichten mehr Aufrufe bekommen.

Sind andere Bereiche außer Politik ebenfalls von Fake-News betroffen?


Politik ist definitiv der am meisten betroffene Bereich. Es gibt aber auch Menschen, die es aus finanziellen Gründen tun und wenn dies in großem Stil gemacht wird, können ganze Märkte beeinflusst werden. Deswegen ist es essentiell, Wirtschaftsnachrichten zu prüfen. Wir sehen auch öfter falsche Gerüchte über Prominente. Solche Informationen sind zwar nicht ganz so wichtig wie Politik und Wirtschaft, doch ich denke, dass das Problem darin liegt, dass viele Menschen nicht mehr wissen, was sie glauben sollen.

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Sollten Falschinformationen gesetzlich verboten werden?
 
Ich fühle mich bei dem Gedanken, solch ein Gesetz zu verabschieden, nie wirklich wohl. Natürlich gibt es viele Dinge, die ganz klar als Hetze bezeichnet werden kann, doch es gibt viele Ebenen der Falschheit und Zuverlässigkeit von Informationen. Sobald ein Gesetz verabschiedet wird, werden Menschen dieses Gesetz unterschiedlich interpretieren, denn jeder hat andere Ansichten. Deshalb ist Bildung besser als die Einschränkung der Optionen der Menschen. Das Problem ist: Wo liegt die Grenze? Wo zieht man eine Linie? Ich denke, dass diese Linie sehr umfassend und verschwommen ist. 

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Umfrage

Fake oder nicht? Erkennen Passanten den Unterschied, zwischen echten und erfundenen Schlagzeilen? Wir haben den Test gemacht. 

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